strandleben

Der Strand- und Erholungstourismus gilt als mit Abstand populärste Form des Reisens und zieht jährlich hunderte Millionen Menschen an die Küsten der Welt. Seit den 1960er-Jahren, als bezahlbare Flugreisen und Pauschalangebote das Reisen demokratisierten, entwickelte sich der Strandurlaub zu einem globalen Massenphänomen – und bis heute zu einer der ökonomisch bedeutendsten Säulen des Tourismus. Menschen machen Urlaub am Strand, um sich zu entspannen, die Natur zu geniessen und sich vom Alltagsstress zu erholen. Obwohl der Strand zahllose Aktivitäten bietet – vom Schnorcheln bis zum Surfen –, ist er zugleich jener Ort, an dem das Nichtstun am selbstverständlichsten wird. Die (gesellschaftlichen) Hüllen fallen, und die Menschen zeigen sich so wie sie sind.

Inspirationen des Projekts finden sich in den Fotografien von Martin Parr und Rineke Dijkstra. In seinem ikonischen Fotoband «The Last Resort», der 1986 veröffentlicht wurde, zeigte Parr die Arbeiterklasse im Badeort New Brighton (Liverpool) auf ungeschminkte Weise. Dijkstra porträtierte in den 1990er-Jahren Jugendliche am Strand. Mit ihren «Beach Portraits», die weltweit aufgenommen wurden, erlangte sie internationale Bekanntheit. In der Aufnahme des Jungen vor dem grünen Schilf verschmelzen beide Inspirationen zu einem Bild: Mit seiner leicht gekrümmten Haltung mit Blick in die Kamera erinnert der Junge an die Bildsprache von Dijkstra – mit dem Unterschied, dass der Hintergrund nicht der Horizont, sondern das Land ist. Entstanden ist das Bild jedoch in Liverpool – genau an jenem Ort, an dem Parr sein bekanntes Werk fotografierte.